Samstag, 26. August 2017

Urlaub in Kanada | Hello again, Vancouver

 
Wenn man erst einmal die Liebe seines Lebens gefunden hat, dann möchte man soviel Zeit wie möglich mit ihr verbringen und sie so häufig wie nur möglich sehen. Was die zwischenmenschliche Ebene angeht bin ich absolut auf der Sonnenseite, denn mit dieser Liebe teile ich mir eine gemeinsame Wohnung und habe ihn daher mit nur ganz wenigen Ausnahmen täglich an meiner Seite. Was meine geographische Liebe angeht gestaltet sich das Ganze doch weitaus komplizierter, denn mit dieser muss ich gezwungenermaßen eine Fernbeziehung führen. Bei meinem ersten Aufenthalt in Vancouver konnte ich es tatsächlich gar nicht fassen, wie schön diese Stadt ist. Und diesem Zauber erliege ich auch 8 Jahre später immer noch. Das zwischen mir und Vancouver ist definitiv was ernstes und ich habe sehr viel Glück, dass auch mein Freund diese Liebe nicht nur toleriert, sondern auch mit mir teilt.

Tja, da waren wir nun wieder. In unserer Stadt, in unserem Hotel, in unserer Willkommensbar mit unserem Willkommensbier. Aßen anschließend am English Bay Beach einen Willkommenshotdog und schlenderten dann noch kurz zu meinem absoluten Lieblingsplatz in Vancouver: den Stanley Park. Und all diese vertrauten Plätze geben mir das Gefühl irgendwie auch hier zu Hause zu sein.


Obwohl dies unser dritter Besuch in Vancouver war und wir nur 2 volle Tage vor Ort hatten, so haben wir es doch geschafft sowohl liebgewonnene und vertraute Plätze als auch neue Orte aufzusuchen. Unser erster Tag führte uns zum Vancouver Lookout in der Nähe des Canada Place. Ich kann mich in Vancouver mittlerweile sehr gut orientieren, aber es ist doch trotzdem immer wieder spannend, die Stadt mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Da wir für den Tag eh keinen festen Plan hatten, war der Ausblick zugleich eine wunderbare Inspiration, denn von hier hat man einen sehr guten Blick auf den False Creek. Diesen kann man auf einem sehr schön angelegten Fußweg umrunden und da wir dies während unserer vorherigen Besuche noch nie getan hatten, stand der weitere Tagesablauf somit fest. Obendrein wollte ich eh mal einen näheren Blick auf das BC Place Stadium, die Rodgers Arena und das World of Science Centre werfen.



Bei schlechtem Wetter wäre letzteres definitiv auch einen Besuch wert gewesen, aber unsere Lieblingsstadt hat lediglich ein paar regenlose Wolken auf die Reise geschickt und so sind wir vom Vancouver Lookout durch Gastown bis zum BC Place Stadium gelaufen und haben ab hier den Fußweg Richtung Science Centre bis nach Granville Island abgelaufen. Auf dem Weg zum Stadion sind wir dann allerdings tatsächlich direkt in East Hasting gelandet, und ich war wirklich froh, dass ich diesen Anblick bei unserem letzten Besuch vom Auto aus schon gesehen hatte. Ich wusste, dass East Hasting in dieser Ecke liegt, aber ich hatte anfangs noch gedacht, dass das Elendsviertel erst ein paar Querstraße später beginnen würde. So kann man sich täuschen. Daher an dieser Stelle ein sehr wohlgemeinter Tipp von mir: wer von Gastown Richtung Chinatown zu Fuß laufen möchte und dabei nicht unbedingt auf obdachlose Junkies treffen will, sollte um die Kreuzung Carral Street / West bzw. East Hasting Street einen größeren Bogen machen und stattdessen eine der weiter westlich liegenden Querstraßen bis zur West Pender Street nehmen. Da wir am hellichten Tag und auch nur ein kleines Stück durch East Hasting gelaufen sind, hab ich mich nicht unsicher dort gefühlt, aber der Anblick der weggetretenen Gestalten die ihr Hab und Gut in einem Einkaufswagen durch die Straßen schieben ist schon ein verstörender Anblick. Die Nachbarstadtteile sind dagegen auf jeden Fall einen Besuch wert, denn gerade die Straßen von Gastown finde ich wahnsinnig schnuckelig. Chinatown ist dagegen nicht unbedingt mein Favorit (das gilt übrigens nicht nur für Vancouver, sondern für alle nordamerikanischen Städte), aber nur weil ich damit nichts anfangen kann, sag das ja nichts über den Stadtteil im allgemeinen aus.




Den Fußweg entlang des False Creek kann ich aber jedem nur empfehlen. Ich gehe eh am liebsten direkt am Wasser spazieren und von diesem Weg aus kann man immer wieder ein fantastisches Panorama auf Vancouver erhaschen. Bei "Tap and Barrel" haben wir eine Pause eingelegt und zu Mittag gegessen. Ich hatte mir im Vorfeld fest vorgenommen, in diesem Urlaub endlich mal das Nationalgericht Kanadas zu probieren. Poutine besteht lediglich aus drei Komponenten: Pommes, Käsestückchen und Bratensoße. Eigentlich nichts, worum man großes Aufheben machen müsste. Ich fand es ganz lecker und war sehr überrascht, wie knusprig die Pommes trotz der Soße geblieben sind, aber mein Lieblingsessen wird es mit Sicherheit nicht. Nach dieser Stärkung ging es dann weiter Richtung Granville Island. Ich liebe es hier durch die kleinen Läden zu bummeln, auch wenn viel Touristenkitsch dabei ist. Ein weiteres Highlight ist jedesmal die Markthalle. Ich bin stets fasziniert wie das Obst in der Auslage gestapelt wird und immer wieder findet man kleine Leckerein, die fast viel zu Schade für den Verzehr sind.





Der Vorteil, wenn man eine Stadt bereits ein wenig kennt liegt darin, dass man nicht ständig das Gefühl hat, man muss so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich abklappern. Stattdessen kann man sich den Luxus gönnen, sich einfach im Supermarkt ein paar Snacks für ein Picknick zu besorgen und mit diesen den ganzen Tag im Stanley Park zu verplempern. Ganz ohne schlechtes Gewissen. Und so haben wir einen kurzen Gang über den Seawall gemacht, sind dann zum Beavers Lake abgebogen, haben hier ein kleines Picknick veranstaltet, sind weiter zum Thrid Beach gelaufen, haben dort am Strand die warme Frühsommersonne genossen, bis wir dann weiter zur Lost Lagoon gelaufen sind und hier den Tag haben ausklingen lassen. Perfekt!






Am Ende unseres Urlaubs haben wir übrigens noch einen weiteren Park Vancouvers kennengelernt und diesen kann ich ebenfalls nur wärmstens empfehlen. Der Queen Elisabeth Park liegt ein wenig erhöht, und man hat dadurch einen der schönsten Ausblicke auf Vancouver. Das erste Bild aus diesem Post habe ich von dort aus fotografiert. Auch der Rest des Parks ist wirklich schön angelegt, der einen Besuch trotz des längeren Anfahrtweges aus der Innenstadt lohnenswert macht.

Bevor es für uns dann mit dem Mietwagen weiterging, mussten wir diesen erstmal am Canada Place abholen. Da wir genug Zeit hatten und erst für 17 Uhr die Fähre nach Vancouver Island vorgebucht hatten, sind wir nicht den direkten Weg zum Canada Place gelaufen, sondern haben stattdessen den kleinen Umweg entlang des Hafens gewählt. Bei dem Blick auf die Wolkenkratzer muss ich diese zwangsweise immer mit denen aus dem Bremer Osten vergleichen. Es ist doch schon bemerkenswert, was der Einsatz von Glasfronten für die Optik ausmachen kann. Das sieht gleich soviel gepflegter und moderner aus als die furchtbaren Betonklötze aus dem Bremer Stadtteil Tenever.



Mit dem Auto ging es dann schon Richtung Horseshoe Bay. Da wir gut in der Zeit lagen, haben wir unterwegs noch einen kurzen Abstecher in den Cypress Provincial Park gemacht und von dort noch einen letzten (sehnsüchtigen) Blick auf Vancouver geworfen.



Und dann hieß es auch schon: ab nach Vancouver Island! 

Sonntag, 6. August 2017

Unterwegs in Bremen | "Horn to be wild"-Festival 2017



Die letzten Posts waren doch wenig Bremen lastig. Es wird daher dringend Zeit, auch mal wieder etwas von meiner Heimatstadt zu berichten denn auch hier passieren Dinge, über die es sich zu schreiben lohnt:

Seit drei Jahren wird im Rhododendronpark in Bremen das "Horn to be wild"-Festival veranstaltet. Bei der Premiere war ich leider schon anderweitig verplant, aber im letzten Jahr hat es für mich dann geklappt und da es mir so gut gefallen hat war klar, dass ich auch dieses Jahr wieder dabei sein wollte.


Die diesjährigen Bands kannte ich alle nicht, aber bereits die erste Band "Masters and Thieves" fand ich ziemlich cool: sehr angenehme Gesangsstimme zu chilliger Musik. Genau mein Ding! Auch die rstlichen Bands empfand ich als durchaus hörenswert. Einzig die Musik der Band "Alltag" war für meinen Geschmack etwas nervig, aber ich bin eh nicht so der große Elektromusik-Fan. Da jedoch genug Leute von der Bühne die Band abgefeiert haben, möchte ich ihnen ihre Daseinsberechtigung nicht abstreiten. Ich muss ja schließlich nicht alles mögen!


Kulinarisch wurden wir vom "Burgerhaus", einem veganan Crêpes-Stand sowie einem Projekt mit minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen, die mit Gerichten aus ihren Heimatländern die Festivalbesucher verwöhnten. Dieses Jahr hab ich leider nichts mehr davon abbekommen, da bereits alles in windeseile weggefuttert wurde, aber aus meinen Erfahrungen vom letzten Jahr kann ich dazu nur sagen: zu Recht! Das Essen war wirklich lecker und ich finde dieses Projekt ganz klasse!




Mit Getränken wurden wir auch dieses Jahr wieder von der "Union Brauerei" sowie dem ""Blauen Fasan" versorgt. Auf Bier hatte ich dieses Jahr keine Lust und hab mich daher an die wirklich leckeren Cocktails gehalten. Und ich muss ganz ehrlich sagen: der Dark'n'Stormy Cocktail ist der Hammer! Diese leichte Schärfe von dem Ingwer fand ich richtig super! Kann ich nur empfehlen.


Um 21:00h stand mit "Hi! Spencer" dann auch schon die letzte Band auf der Bühne. Insgesamt war das mal wieder ein sehr schöner Tag, bei dem auch der Bremer Sommer wieder mitgespielt hat. Ein großes Kompliment geht aber an dieser Stelle auch an die jungen Organisatoren dieses Festivals, die es auch dieses Jahr wieder geschafft haben, dieses kleine aber feine Event auf die Beine zu stellen. Wenn es nächstes Jahr wieder ein "Horn to be wild"-Festival geben wird, bin ich mit Sicherheit wieder dabei!