Dienstag, 4. Juli 2017

Urlaub auf Island | Eisland


Der nächste Morgen war leider noch genauso wolkenverhangen, wie der vorherige Tag. Damit mussten wir uns nun arrangieren. Einerseits mag ich nebeliges Wetter, aber wenn man nur kurz an einem Ort ist, weiß ich eine gute Aussicht bei schönem Wetter durchaus zu schätzen. Auf die Gletscherlagune Jökulsárlón hatte ich mich schon sehr gefreut. Aber meine Vorfreude wurde von dem Bild, dass sich uns darbot doch ziemlich getrübt. Die Wolken hatten sich regelrecht an den Berghängen festgekrallt und immer wieder gab es kleinere Regenschauer. Normalerweise sind wir auf unseren Reisen immer ziemliche Glückspilze, aber an diesem Tag schien dies ein Ende zu haben.



Als wir aber dann bei der Lagune ankamen, waren alle Zweifel weggeblasen. Die Eisberge schimmerten sogar bei grauem Himmel bläulich und auch wenn die Sicht natürlich nicht so klar war wie ich es mir gewünscht habe,  war der Anblick einfach großartig!







Die Meinungen, ob sich eine Fahrt mit dem Boot auf der Gletscherlagune lohnen würde gingen weit auseinander. Von "unbedingt machen" bis "muss nicht unbedingt sein müssen" und "man kann sich das Geld dafür auch sparen" war alles dabei. Wir haben uns aus Kostengründen gegen die Tour entschieden und ich bin im Nachhinein auch nicht traurig darüber. Der Anblick vom Ufer war absolut einmalig und ich kann mir nicht vorstellen, dass dies durch eine Bootsfahrt noch hätte getoppt werden können. 

Unbedingt lohnenswert ist jedoch der Gang an den Strand. Die durch die kleine Bucht ins Meer getrieben Eisschollen wurden bei der Ankunft im offenen Meer durch die Wellen erneut an den Strand gespült wurden. Glasklares Eis! Großartig!




Ich hätte durchaus noch länger am Ufer stehen bleiben können, doch der Regen hatte uns wieder eingeholt und so ging es für uns flink zurück ins Auto um nur nach einer kurzen Autofahrt an der nächsten Lagune, der Fjallsálón, den nächsten Stopp einzulegen. Der Gletscher fällt geradezu in die Lagune hinein und auch wenn der größte Teil hinter den Wolken verschwand, so war der Anblick doch einzigartig. Die Bilder können dies gar nicht wirklich rüberbringen. Die Landschaft sah tatsächlich aus wie gemalt.






Mit dem wieder einsetzenden Regen ging es dann für uns weiter Richtung unseres Tageszieles Vík. Unterwegs hatte ich noch einen Zwischenstopp eingeplant, den wir aber stark vom Wetter abhängig machten. Als hätte Petrus endlich Mitleid mit uns klarte sich der Himmel tatsächlich ein wenig auf und offenbarte einige Ausblicke auf die Gletscherausläufe des Vatnajökull.




Da der Regen tatsächlich eine längere Pause eingegte haben wir den Abstecher zum Fjaðrárgljúfur Canyon gewagt. Die Straße 206 dorthin ist zwar für normale PKWs zugelassen, aber trotzdem ziemlich holprig. Bei Regen wären wir hier mit Sicherheit nicht entlanggefahren, aber da das Glück uns in diesem Moment treu war, haben wir den Canyon unbeschadet erreicht und wurden mit diesem schönen Anblick belohnt:




Laut meinem Reiseführer soll dieser Canyon bereits 2 Mio. Jahre alt sein. Diese Zahl ist für mich noch weniger greifbar als die an die 2000 Jahre alten Redwoodbäume, die wir vor einigen Jahren in Oregon gesehen haben. Was sind dagegen schon die gut 40 Jahre, die unsereins bereits auf den Buckel hat? 

Wir sind ein Stück des Weges, der oberhalb des Canyon entlangführt, gelaufen. Der Canyon ist ca. 2 km lang, da aber unser guter, alter Freund namens Regen wieder zu uns stieß, sind wir nicht die komplette Strecke gelaufen, sondern haben den letzten Abschnitt unserer Fahrt nach Vík fortgesetzt. Mit der Ankunft in Vík wurde dann auch schon das nahende Ende unserer Reise eingeläutet. Hier warteten auf uns die wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten, wie der schwarze Strand und einige imposante Wasserfälle. Und weiterhin hoffte ich darauf, dass wir bis dorthin unsere lästigen Urlaubsbekanntschaften Regen und Nebel abschütteln konnten.

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