Montag, 31. Juli 2017

Kurztrip | Zwischenstopp in Kopenhagen


Wenn man frisch aus Island in Kopenhagen eintrifft, können einen die gängigen Preise für Essen und Getränke erst mal nicht wirklich schocken. Im Gegenteil! Uns erschien Kopenhagen geradezu günstig. Auf die allgegenwärtigen Hotdog-Stände trifft dieses auch tatsächlich zu. Wenn man dann allerdings in einem Restaurant für 2 wirklich leckere Smørrebrød und zwei kleine Getränke 50,00€ auf den Tisch legt, hat sich das mit dem "günstig" auch ganz schnell erledigt. Vielleicht hätte man stutzig werden sollen, dass nirgendwo Preise zu sehen waren...

Aber auch mit dem teuersten Butterbrot der Welt im Magen, hat uns dies den Aufenthalt in der Hauptstadt Dänemarks keineswegs vermiest. Ganz im Gegenteil. Ich hatte im Vorfeld nicht allzu viel über Kopenhagen recherchiert und war daher anfangs doch ziemlich erstaunt wie viele Kanäle es dort gibt und ich war mir gar nicht mehr so sicher, ob wir versehentlich nicht doch in Amsterdam gelandet sind. Ich liebe es, wenn Städte am Wasser liegen und da ist es mir auch ziemlich egal, ob die Wasserquelle ein größerer Fluss oder sogar direkt das Meer ist. In Kopenhagen findet sich aufgrund der Kanäle gefühlt sogar beides.

Unsere Unterkunft hatte ich über Airbnb im Stadtteil Christianshavn gebucht. Dies war logistisch durchaus praktisch, denn man befindet sich hier bereits in einem äußerst lebhaften und sehenswerten Stadtteil, aber man ist auch sehr schnell zu Fuß in der Innenstadt.






Kopenhagen hat eine der größten Fußgängerzonen, die ich je gesehen habe. Wer es sich also leisten kann ausgiebig zu shoppen, muss sich überhaupt keine Sorgen machen, während des Shopping-Blackout von einem Auto überrollt zu werden. Die ganze Stadt ist ohnehin eher auf Radverkehr als auf motorisierten Untersatz ausgelegt. Von Christianshavn bis zur Innenstadt ist sogar nur für Rad und Fußgänger eine sehr aufwendige und moderne Brücke gebaut worden. Kopenhagen ist nicht umsonst eine der fahrradfreundlichsten Städte überhaupt.

 

Eine sehr empfehlenswerte Art die Stadt kennenzulernen ist nicht nur zu Fuß, sondern auch zu Wasser. Es gibt ganz hervorragende Stadtrundfahrten mit dem Boot, die die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt anfahren, wie zum Beispiel das neue Theater, die Oper, das Schloss Amalienborg und ebenso die kleine Meerjungfrau. Diese ist vom Land aus natürlich besser zu erkennen und man bekommt dort nicht nur ihre Rückenansicht, sondern auch ihr hübsches Gesicht vor die Linse. Allerdings ist der Massenandrang an Land doch um einiges großer als auf dem entspannten Schiff.








Wer keine überteuerten Butterbrote essen möchte und auch kein allzu großes Verlangen nach Hotdogs hat, kann ganz wunderbar im Papirøen speisen. Dies ist ein riesiger überdachter Street Food Markt der keine Gaumenwünsche offen lässt. Andererseits kann es allerdings auch passieren, dass man von dem riesigen Angebot schlichtweg überfordert ist. So ist es mir zumindest ergangen. Der Street Food Markt findet sich übrigens in "unserem" Stadtteil Christianshavn. Und noch eine andere Sehenswürdigkeit findet sich hier: die Freistadt Christiania. Auch wenn man nicht dem Haschischkonsum nachgeht, ist diese alternative Wohnsiedlung durchaus einen Besuch wert. Das alte Kasernengelände wurde in den siebziger Jahren von den Bewohnern der Nachbarschaft in Beschlag genommen und frönten hier einen alternativen Lebensstil. Hier finden sich zahlreiche Cafés und Restaurants sowie kleinere Geschäfte und ein Konzertsaal zwischen den vielen bunten Graffitihäusern. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs bestand auch noch ein reger öffentlicher Verkauf von Haschisch und Cannabis in der Pusher Street. Dicht an dicht fanden sich hier Bretterbuden, in denen fertig gedrehte Joints sowie sämtliches Kifferzubehör zum Verkauf von den vermummten Dealern angeboten wurde. Kurz nach unserem Besuch ist es jedoch zu einem gewaltsamen Zwischenfall zwischen einem Dealer und der Polizei gekommen, der die Anwohner von Christiania dazu bewogen hat, den weiteren Verkauf zu untersagen und die Bretterbuden abzureißen. Überhaupt waren die Dealer und der von ihnen ausgehende Bandenkrieg ein zunehmendes Problem in Christiania, denn die Dealer sind keineswegs Bewohner dieses Stadtteils. Ich hoffe, dass mit dem offiziellen Ende der Verkaufsstände wieder Ruhe in diesem Stadtteil eingezogen ist, denn Christiania ist auch ohne die belebte Pusher Street sehr skurril und sehenswert.






Nach 1 1/2 Tagen hieß es dann mal wieder Abschied nehmen von "unserer" hübschen Straße in Christianshavn und Kopenhagen. Kopenhagen ist definitiv einen zweiten Besuch wert, und wenn der Geldbeutel es zulässt werden wir sicherlich noch einmal wiederkommen.

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