Montag, 17. Oktober 2016

Urlaub auf Island | Reykjavik, die nördlichste Hauptstadt der Welt


Als wir von Bremen losflogen, war es fast schon dunkel. Bis auf einem hellen Streifen am Horizont war nicht mehr viel zu sehen und genau in dieser Richtung lag unser Ziel. Dieser helle Streifen sollte uns auch während unseres Aufenthaltes noch eine Weile begleiten, denn auch wenn die hellen Nächte auf Island eigentlich schon fast vorbei waren, war doch stets dieser helle Streifen zu sehen.

Wir landeten mitten in der Nacht in Keflavik. Um von hier aus nach Reykjavik zu kommen kann man sich entweder für die teure Variante mittels Taxi oder die günstigere Alternative mittels Flybus entscheiden. Wir hatten anfangs überlegt, ob wir direkt am Flughafen schon unseren Mietwagen übernehmen sollten, da ich doch etwas skeptisch war, ob ab Mitternacht immer noch die Busse fahren würden. Doch in der Facebook-Gruppe "Reisen in Island" hat man mir versichert, dass diese definitiv noch fahren, so lange Flugzeuge landen. Wir haben den Wagen daher erst für später gebucht und sind mit dem Bus nach Reykjavik gefahren. Die Busse sind übrigens alle mit WLAN ausgestattet. Ein echter online-Traum! :-)

Unsere Unterkunft war in der Nähe des Stadtzentrums und nur wenige Meter vom Meer entfernt.  Da der Bus natürlich keine Privathäuser sondern nur die Hotels anfährt, mussten wir noch ein kleines Stückchen laufen bis wir endlich ins Bett fallen konnten.

Der nächste Tag wurde genutzt um ein wenig Reykjavik zu erkundigen. Die Stadt hat ca. 120.000 Einwohner und ordnet sich daher größentechnisch zwischen Delmenhorst und Oldenburg ein. Mit anderen Worten: wer nicht gerade am Stadtrand wohnt kann die Stadt wunderbar zu Fuß erkundigen. Zwei Bauwerke standen dabei ganz weit oben auf unserer/meiner Liste: das Konzerthaus "Harpa" und die Kirche "Hallgrímskirkja". Beides sind sehr moderne Bauten, und dass der Bau der Kirche definitiv durch die auf Island häufig zu sehende natürliche Basaltsäulen inspiriert wurde, lässt sich meiner Meinung nach auch bei der "Harpa" nicht leugnen. Hier mal der direkte Vergleich:

Basaltsäulen bei Vík

Harpa


Von der Harpa aus ging es erst mal wieder zurück Richtung Innenstadt. Da sich der Hunger so langsam meldete, machten wir uns auf die Suche nach dem laut Reiseführer "besten Hotdogs von ganz Reykjavik". Der Stand war schnell gefunden und anhand der langen Schlange gingen wir davon aus, dass es bestimmt die besten Hotdogs waren. Ob dieser Stand allerdings große Konkurrenz hat sei mal dahin gestellt, denn in Reykjavik habe ich keinen weiteren Stand mehr gesehen ;-) Aber lecker waren sie definitiv, auch wenn sie an die weltbesten aus Toronto nicht herankamen. 


Nach dieser kleinen Stärkung ging es weiter entlang des Stadtsees "Tjörnin" in Richtung "Hallgrímskirkja". Die Kirche konnten wir aufgrund eines Konzertes nicht besichtigen, aber es war trotzdem möglich mit dem Fahrstuhl zur Aussichtplattform zu fahren. Die "Hallgrímskirkja" ist mit gut 74 Metern das zweithöchste Gebäude Islands und von hier hat man in der Tat eine sehr schöne Aussicht über die Stadt und bei klarer Sicht auch bis nach Snæfellsnes.



 
Den Rest des Nachmittags haben wir damit verbracht durch die Straßen von Reykjavik zu schlendern und sind dabei tatsächlich auf eine Bar mit Happy Hour gestoßen. Nun gut, 5,00 € für ein 0,4l Bier ist auch nicht gerade ein echtes Schnäppchen, aber auf Island ticken die Preise nun  mal ein wenig anders und ich hab auch keine Lust im Urlaub jeden Cent umzudrehen. Das Vikings war jedenfalls lecker und den ersten Urlaubstag darf man sich auch gerne mal was gönnen. Zum Abendbrot gab es dann Tütensuppe, das gleicht es dann wieder etwas aus ;-)





Am Abend haben wir noch einen kurzen Spaziergang entlang des Ufers unternommen und sind dabei auf ein sehr seltsames Haus gestoßen, dass mit sämtlichen Schrottplastiken verziert wurde. Wir waren uns dabei nicht ganz sicher, ob es sich hierbei um eine öffentliche Fläche oder ein Privathaus gehandelt hat. Wir haben daher nur schnell ein paar Fotos geschossen und sind dann wieder zurück zu unserer Unterkunft gelaufen. Am nächsten Tag wollten wir schließlich zeitig unser Auto abholen und dann den Golden Circle entlang fahren. Man hätte in Reykjavik sicherlich noch mehr unternehmen können, aber für den ersten Tag will man es ja nicht gleich übertreiben. Außerdem lag unser Hauptaugenmerk eh auf der Landschaft und die wollte ich unbedingt ausgeschlafen genießen!



Sonntag, 2. Oktober 2016

Urlaub auf Island | Urlaubsvorbereitung


Der Wunsch irgendwann mal nach Island zu fliegen keimte bei mir bereits im Jahre 1988 das erste mal auf. Damals lief im ZDF die Weihnachtsserien "Nonni und Manni" und ich war von der Landschaft im Hintergrund absolut fasziniert und wusste: "da will ich irgendwann mal hin!"



Und nach dem Motte: "was lange währt wird endlich gut" ging es nur knappe 28 Jahre später tatsächlich auf die Insel. Erleichternd war natürlich die Tatsache, dass in diesem Jahr die "Germania" von Juni bis August direkt von Bremen Keflavik anflog und damit wir auch ja mitkommen, hatte ich bereits zum Jahresanfang den Hinflug gebucht. Wenn ich was aus unserem letzten Kanada-Urlaub gelernt hatte, dann war das die Tatsache, dass der Winter im Norden durchaus mal länger andauern kann und es daher Sinn macht zum Saisonende die Reise anzutreten. Leider gingen zu diesem Zeitpunkt dann jedoch keine Flüge mehr zurück nach Bremen, aber es gab dafür einen günstigen Flug nach Kopenhagen, und somit beschlossen wir den Heimweg mit einem Zwischenstopp in der dänischen Hauptstadt zu planen.

Normalerweise befasse ich mich mit unserem Reiseziel erst wenige Wochen vor dem Reiseantritt. Dieses Jahr wäre das jedoch fatal gewesen, denn nachdem ich mich ein wenig im Internet schlau gemacht hatte, wurde mir sehr schnell klar: wenn die Reisekosten nicht ins Unendliche steigen sollten muss unsere Route und die notwendigen Unterkünfte so früh wie nur möglich gebucht werden. Und auch hier musste ich sehr schnell feststellen: Hotels auf Island sind doch wesentlich teurer als ich es aus Kanada oder auch den USA kannte. Da wir in unserem letzten Urlaub gute Erfahrungen mit Airbnb gemacht haben, habe ich nach der Routenfestlegung entlang der Strecke nach entsprechenden Unterkünften gesucht und diese bereits alle im Februar gebucht. Damit entfällt natürlich die Spontanität, die ich bei einem Roadtrip doch sehr schätze, aber hier macht es in der Tat Sinn die Spontanität der Sparsamkeit unterzuordnen.


Bei der Festlegung der Route hab ich mich von der Empfehlung meines Reiseführers überzeugen lassen: zum Ende der Saison empfiehlt es sich mit dem Norden anzufangen, da sich im Süden das warme Wetter für gewöhnlich länger hält. Ich weiß nicht, ob es tatsächlich die richtige Entscheidung war, aber mit nur 2 1/2 Regentagen war es mit Sicherheit nicht die schlechteste Idee. Darüber hinaus war es aber auch wichtig sich im Vorfeld schon mit den Gegebenheiten vor Ort zu beschäftigen. Das betrifft in erster Linie die Straßenbeschaffenheit und die richtige Wahl des fahrbaren Untersatzes. Nach vielen Hin- und Herüberlegungen haben wir uns doch für ein "normales" Auto entschieden. Ein Allradantrieb ist tatsächlich nur notwendig, wenn man ins Hochland fahren möchte. Bei der kurzen Zeit kam das natürlich nicht in Frage. Für die Inselumrundung hatten wir 9 volle Tage. Damit die Reise nicht in Stress ausartet war klar, dass wir die Westfjorde von unserer Liste streichen. Bis auf Akureyri haben wir überall jeweils nur eine Nacht verbracht. Das war an manchen Stellen zwar sehr schade, aber dafür waren die Entfernungen zwischen den jeweiligen Unterkünften nicht zu lang, dass man diese ganz entspannt mit einigen Zwischenstopps bewältigen kann. Die Ringstraße ist fast durchgehend asphaltiert, aber es gibt derzeit noch zwei Abschnitte die noch unbefestigt sind. Den einen Abschnitt kann man elegant umgehen, aber um den zweiten kommt man nicht drum herum. Daher empfiehlt es sich nicht an der Autoversicherung zu sparen, denn einen Lackschaden kann man sich hier schnell einfangen und dieser kann, wie eigentlich alles auf Island, gerne mal teuer werden, wenn man ihn aus eigener Tasche bezahlen soll. Die Straßenverkehrsregeln sind im Großen und Ganzen vergleichbar mit unseren. Allerdings gibt es eine Besonderheit im Kreisverkehr: ist dieser zweispurig, haben die Autos auf der inneren Spur Vorfahrt. Das ist anfangs sehr verwirrend, da man vor jeder Ausfahrt immer erstmal nach links gucken muss ob jemand rausfahren möchte. Wenn man dann auch noch die jeweilige Höchstgeschwindigkeit nicht überschreitet und keine Schafe überfährt, die einem plötzlich vors Auto springen könnten, wird man mit dem Autofahren in Island keine Probleme bekommen.


Ein weiterer Punkt war im Vorfeld für mich die richtige Kleidung. Die Höchsttemperaturen betrugen während unseres Aufenthaltes etwa 15°C, aber direkt in der Sonne und in einem windschattigen Plätzchen fühlte es sich deutlich wärmer an. Wenn zum Abend hin die Sonne nicht mehr so kräftig war, wurde es jedoch schon deutlich kühler. Da ich so gar keine Vorstellung hatte, was mich wettertechnisch erwarten sollte, hab ich mir im Vorfeld noch eine solide Outdoorjacke gekauft. Rückblickend wäre diese jetzt für unseren Aufenthalt nicht zwingend notwendig gewesen, aber eine vernünftige Outdoorjacke kann man ja immer mal gebrauchen auch wenn man nicht gerade zufällig in Island unterwegs ist. Und da ich die Innenjacke aus der Regenjacke trennen konnte eignet sie sich auch wunderbar für den auf Island auf jeden Fall empfohlene Zwiebellook.

Wie man auch im Vorfeld überall lesen kann: auf Island ist alles teuer. Diese Aussage stimmt für einige Bereiche allerdings nicht:
  1.  Nationalparks kosten hier keinen Eintritt und sind somit umsonst!
  2. Wer gerne Wasser trinkt, braucht hier nur den Hahn aufzudrehen, denn hier gibt es das mit Abstand beste Leitungswasser der Welt. Wir in Bremen können uns über unser Leitungswasser ja nun wahrlich nicht beschweren, aber hier schmeckt es doch noch einen kleinen Tick besser. Nur zu Beginn unserer Reise haben wir uns im Supermarkt Getränke gekauft und anschließend die Flaschen immer wieder mit Leitungswasser aufgefüllt. Verdursten muss hier also niemand ;-)
  3. Wer sich gerne im warmen Wasser aufhält kann für lau in einen der vielen Hot Pots hier springen. Es gibt natürlich auch große kommerziell betriebene Anlagen wie die "Blaue Lagune", aber wer es lieber etwas ruhiger haben möchte findet abseits der Wege sehr gute Alternativen. Wir selbst haben von den Hot Pots keinen Gebrauch gemacht, da dafür irgendwie die Zeit fehlte, aber sollten wir nochmal nach Island kommen, wird das sicherlich nachgeholt.
Was sollte man sonst noch im Vorfeld wissen? Eine Kreditkarte sollte man auf jeden Fall besitzen. Ohne diese kann man beispielsweise kein Auto mieten und auch sonst kann man mit der Kreditkarte auch jede noch so kleine Zahlung tätigen. Ich hatte im Vorfeld gelesen, dass man auf jeden Fall eine Kreditkarte mit Pin benötigt. Im Nachhinein war diese nur bedingt nötig. An einigen Tankstellen ohne Service, kann man nur mit Pin-Nummer bezahlen. Es gibt aber genug Tankstellen mit Service, wo eine einfache Kreditkarte völlig ausreicht. Wer viel Abseits der Ringstraße unterwegs ist, wird ohne Pin sicherlich aufgeschmissen sein, aber entlang der Ringstraße geht es. Generell gilt sowieso: egal wie voll der Tank noch ist, wenn du eine Tankstelle siehst: Tanke! Wer weiß, wann die nächste auftaucht!

So, mehr bleibt eigentlich im Vorfeld nicht zu sagen. Ich mache mich jetzt schon mal ans Schreiben der Reiseberichte und ihr dürft noch einen kleinen Blick auf Island werfen: