Dienstag, 19. Januar 2016

Urlaub in Neuengland | Moose, moose, moose...



Von der Küste ging es weiter in das Hinterland von Maine, genauer gesagt an den Moosehead Lake. Der Moosehead Lake ist mit einer Fläche von ca. 300 km² der größte See Maines. Von Bangor aus hatten wir bereits zwei Nächte im Charlet Moosehead Lakefront Motel mit direkten Blick auf den See vorgebucht. Die Unterkunft war nicht ganz billig, aber bei dieser Aussicht jeden Cent wert:



Wir waren mal wieder früher als erwartet in Greenville und habendaher erst einmal die nähere Umgebung erkundet bevor wir zu unserer Unterkunft gefahren sind. Auf der östlichen Seite des Sees befindet sich der Lily Bay State Park. In diesem befindet sich ein Campingplatz sowie die Möglichkeiten mit einem Boot auf den See rauszufahren, zu angelnd oder einfach nur ein wenig spazieren zu gehen. Direkt nach dem Eingang lief uns bereits ein behufter Vierbeiner über den Weg und wir haben ihn als guten Vorboten für die vielen Elche angesehen, die es in dieser Gegend geben soll.





Einen Elch  haben wir an diesem Tag leider nicht zu Gesicht bekommen. Diese sind eh am besten in der Morgen- oder Abenddämmerung anzutreffen, wobei auch das keine Garantie ist. Unseren bis dato einzigen Elch in freier Wildbahn haben wir am helllichten Tage direkt an einem Highway in Kanada gesehen. Die Elchkuh trottete ganz gemächlich hinter der Highwayabsperrung entlang und wir haben sie auch erst wahrgenommen, als  wir mit ihr etwa auf gleicher Höhe waren. Mit ihrem mausgrauen Fell verschmolz sie geradezu mit der felsigen Umgebung, und so gibt es von dieser Begegnung auch leider keine Beweisbilder. Aus diesem Grund haben wir uns auch gegen eine Elchsafari entschieden und einfach auf unser Glück vertraut. Eine Garantie, dass man bei den geführten Elchtouren auch wirklich einen solchen zu Gesicht bekommt, gibt es nämlich nicht.

Am nächsten Tag haben wir uns die westliche Seite des Sees angesehen. Da wir morgens in Ruhe ausgeschlafen hatten, haben wir uns dafür entschieden am Abend die Hotspots für Elchsichtungen abzufahren. Aber erst einmal ging es mit dem Auto Richtung Rockwood. Den Moosehead Lake kann man mit dem Fahrzeug leider nicht umrunden und daher ist in Rockwood Endstation. Von dort geht es dann nur noch weg vom See Richtung Westen.





Außer uns waren kaum Leute unterwegs, so dass wir Straße quasi für uns alleine hatten. Da ist es dann auch überhaupt kein Problem die Kamera einfach einmal auf den Asphalt zu legen und eine der langen Straßen zu fotografieren.


Auch wenn uns in dieser Einsamkeit nicht einmal die Elche Gesellschaft leisten wollten, so hatte ich dennoch viele vielversprechende Ansichten auf das sich immer mehr und mehr verfärbende Laub. Da New Hampshire und Vermont noch vor uns lagen und in den dort befindlichen Gebirgsregionen die Verfärbungen stets früher einsetzen als hier in Maine, konnte  man sich berechtigte Hoffnung auf einen "Farbenflash" machen. Bis es jedoch soweit war, mussten diese Blätter erst einmal herhalten.




Am Abend fuhren wir dann die angeblichen Hotspots ab. Bei dem ersten tummelte sich neben uns noch eine Familie mit zwei kleinen kreischenden Kindern. Da Elche ja nicht unbedingt von Kindergeschrei angelockt werden, haben wir und schnell entschieden den nächsten Spot anzufahren. Zu diesem gelangt man nur über eine Kieselstraße und ich war mir während der Fahrt gar nicht mehr sicher, ob wir hier noch richtig waren. An einer flachen Flussmündung (Elche lieben Wasser!) standen bereits ein paar ältere Herschafften mit Kameras bewaffnet. Wir gesellten uns zu ihnen und kamen mit den Anwesenden schnell ins Gespräch. Einer von ihnen war ein leidenschaftlicher Hobbyfotograf, der mit einer super Ausrüstung und viel Geduld schon absolut fantastische Tierfotografien vorzuweisen hatte. Er zeigte sie uns nicht ganz ohne Stolz auf seinem mitgebrachten I-Pad und ich muss schon sagen, dass sein stundenlanges Warten und Ausharren am Strand um dort die spielenden Fuchsjungen zu fotografieren sich wirklich gelohnt hatte. In einer so erfahrenen Gesellschaft war ich doch sehr zuversichtlich, dass hier im Laufe der Dämmerung doch noch ein Elch aus dem Gestrüpp auftauchen könnte. Aber leider hatten wir an diesem Abend Pech. Nach und nach löste sich unsere kleine Gesellschaft auf und so habe ich dann nur ein Bild von diesem dann doch nicht ganz so erfolgreichen Hotspot gemacht. Ein Elche hätte hier meiner Meinung nach doch ganz hervorragend reingepasst, oder?


Auf dem Rückweg zum Hotel durften wir dann noch einen ganz traumhaften Sonnenuntergang über dem Mooshead Lake bewundern.



Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Bethel. Bethel liegt zwar noch im Bundesstaat Maine, aber von dort ist es nur ein ganz kleiner Katzensprung bis nach New Hampshire und den White Mountains. In Bethel haben wir außerdem eine ganz besonders schöne Unterkunft über Airbnb gefunden, die uns auch darüber hinwegtröstete, dass das Wetter leider von sonnig zu regnerisch wechselte. Davon war bei unserer Abreise am Moosehead Lake noch nichts zu ahnen, als wir morgens in der Sonne unseren Kaffee tranken und dann weiter Richtung Westen aufbrachen.



Sonntag, 17. Januar 2016

Unterwegs in Bremen | Zur Schmetterlingsausstellung in der Botanika

Wer der Winterkälte entfliehen möchte, nicht das nötige Kleingeld für eine Fernreise hat und auch für einen Saunabesuch keine Begeisterung aufbringen kann, der sollte der Botanika einen Besuch abstatten. Dort hat man momentan die Möglichkeit bei angenehmen Temperaturen, einschließlich der tropischen Luftfeuchtigkeit, die Farbenvielfalt der tropischen Schmetterlinge zu bewundern.


Ich bin mit diesen Flatterwesen, bzw. deren plumpen Gestalt vor der Metamorphose, geradezu aufgewachsen. Während sich andere Väter hobbymäßig in der Werkstatt austoben, hat mein Vater einem doch eher ungewöhnlichen Hobby gefrönt: der Begeisterung für Insekten und Raupen und Schmetterlingen ganz besonders. Dieses Hobby betreibt er bereits seit der Kindheit und bis heute ist seine Begeisterung für die kleinen Krabbelwesen ungebrochen. Der Anblick eines ganzes Arsenal an Weckgläser mit gefräßigen Raupen auf dem heimischen Kühlschrank, war für mich völlig normal und mir wurde die unglaubliche Toleranz, die meine Mutter an den Tag gelegt hat, doch erst mit zunehmenden Alter bewusst. Inzwischen konnte meine Mutter jedoch die Raupen aus der Wohnung verbannen und die Gläser sind mittlerweile ins Gartenhäuschen umgezogen. Gehörten zu unseren "Haustieren" früher auch Gottesanbeterinnen, Stab- und Gespensterheuschrecken sowie auch kurzzeitig mal Hirschkäfer, so haben die Raupen doch immer die Oberhand behalten. Ich bin daher in Bezug auf Insekten ziemlich abgehärtet. Nur Kakerlaken schaffen es, dass ich die Fassung verliere, aber denen bis ich zum Glück bisher nur wenige Male im Urlaub begegnet.

Bevor es aber zu den Schmetterlingen geht, durchquert man zuerst den japanischen Garten. Hier gibt es neben den typischen Pflanzen sowie dem Kiesbeet auch einen Koiteich. Diese Fische sind ja unglaublich neugierig und zutraulich. Meine Finger haben sie zumindest mit Wonne abgenuckelt und mit Sicherheit auch als äußerst schmackhaftes Futter angesehen.


Vom japanischen Garten ging es weiter in den botanischen Garten. Dort stößt man zuerst auf einen äußerst "gesprächigen" Beo, der in der Tat die lustigsten Geräusche von sich gibt. Vorbei an einem Wasserfall sowie buddhistischen Gebetsmühlen (dank eines "glücklichen" Händchen meines Freundes beim Schrottjulklapp sind auch wir "stolze" Besitzer eines solchen Staubfängers und ich konnte mich bisher leider noch nicht durchsetzen dieses gruselige Ding zu entsorgen), ging es dann auch in die Schmetterlingsausstellung.

Hier flatterte es auch an allen Ecken und Enden und ich würde trotz dunkler Kleidung als Ruheplatz benutzt. Der "Star" der Ausstellung ist der bläulich schimmernde Himmelsfalter.  Diesen Kollegen konnte ich leider nicht wirklich optimal vor die Linse bekommen, denn sobald er sich endlich irgendwo mal niedergelassen hat, klappt er seine Flügel zusammen und versteckte seine hübsche Erscheinung hinter seiner doch sehr unscheinbaren bräunlichen Unterseite. Aber nun gut. Wenn er sich seiner Schönheit schämt, müssen halt seine Verwandten herhalten. Und die haben sich mehr oder weniger professionell vor der Kamera gebärdet.




Da ich mich locker über eine Stunde in dem Schmetterlingshaus aufgehalten habe, wurde ich vom aufmerksamen Personal auf diesen Vertreter hingewiesen. Durch die größtenteils durchsichtigen Flügel fällt er in der Tat nicht unbedingt auf und auch die relativ kleine Größe macht ihn nicht zum Eyecatcher. Aber durch sein ungewöhnliches Aussehen wird er mir sicherlich auf ewig im Gedächtnis bleiben. 




Ich hatte obendrein noch das Glück, einem Schmetterling bei der mühsamen Schlüpfung aus seinem Kokon zu beobachten. Der Vorgang könnte auch aus einem Alienfilm stammen. Ein frisch geschlüpft Schmetterling sieht anfangs ziemlich verschrumpelt aus. Es dauert noch eine ganze Weile, bis sich die Flügel voll entfaltet haben. Nach ein paar Probeschlägen stürzen sich dann auch die Neulinge ins Getümmel.



Gegen Ende der Öffnungszeit habe ich mich dann auch endlich von den Schmetterlingen verabschiedet und nur noch einen kurzen Blick in das Entdeckerzentrum geworfen. Hier kann man auf spielerische Art mehr über die gesamte Artenvielfalt erfahren, wobei das Zielpublikum schon sehr klar auf den jüngeren Anteil der Besucher abzielt. Aber alles in einem finde ich die gesamte Ausstellung sehr gelungen. Wer ebenfalls noch einen Blick auf die bunten Erdenbewohner werfen will, muss sich ein wenig beeilen. Die Ausstellung endet am 14. Februar und die Anzahl der Schmetterlinge wird bis dahin noch deutlich zusammen schrumpfen. Die ausgestellten Schmetterlinge haben eine Lebenserwartung von etwa 4-6 Wochen. Zum Ende der Ausstellung werden der Botanika keine neuen Schmetterlingspuppen mehr geliefert, so dass auch keine neuen Schmetterlinge wieder nahenden dazu kommen. Wenn diese dann das zeitliche gesegnet haben, wird der Raum für die nächste Ausstellung hergerichtet. Ab März beherrschen die Azaleen das Bild und machen schon mal ein wenig Lust auf den Frühling. Ich bin mir sicher, dass die sich vor der Kamera auch nicht so unprofessionell aufführen, wie der Himmelsfalter.

Samstag, 16. Januar 2016

Urlaub in Neuengland | Auf Heimatbesuch in Maine


Von Portland ging es weiter Richtung Maine, genauer gesagt nach Bangor. Bangor ist nicht unbedingt eine Stadt die man unbedingt gesehen haben muss, aber sie ist ein guter Ausgangspunkt zum nahe gelegenen Acadia National Park. Es gibt auch durchaus die Möglichkeit direkt im Park zu übernachten, aber das schlägt sich natürlich in den ohnehin schon sehr hohen Preisen nieder. Und Bangor war für meinen Freund noch aus einem anderen Grund ein wichtiger Punkt auf unserer Reiseroute, denn in dieser Stadt wohnt sein Lieblingsautor Stephen King.
Bevor wir aber beim Meister des Horrors an die Tür klopfen konnten ging es erst mal wieder die Küstenstraße entlang. An der Küste gibt es viele sehr idyllisch gelegene Leuchttürme. Einer der bekanntesten ist das Pemaquid Point Lighthouse. 




Die Küste sieht auf den Fotos relativ flach aus, aber wenn man auf den Felsen rumlaufen will, muss man doch ziemlich aufpassen, dass man auf dem doch sehr unebenen Untergrund nicht umknickt. Mir hat die Küste in Neuengland unglaublich gut gefallen. Gerade der Wechsel zwischen schönen feinen Sandstränden und immer wieder rauhen Felsen die der Wucht der Wellen trotzen zeigt doch sehr deutlich, welche Kraft in der Natur steckt. Und ehrlich gesagt kann ich mir letzteres mit wesentlich mehr Begeisterung ansehen, als das seichte Geplätscher an einem Sandstrand. 

Vom Leuchtturm ging es dann weiter zu unserem nächsten Etappenziel Camden. Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch ein kleines Drei-Seelen-Dorf, dessen Name uns unglaublich vertraut vorkam:


Die "Stadt" Bremen, besteht aus einer Hauptstraße und zwei kleinen Seitenstraßen. Sie hat neben dem Town-House natürlich auch eine Kirche. Und selbstverständlich eine Public Library:


Nach diesem kurzen Heimatbesuch ging es dann weiter nach Camden. Eine ganz süßer kleiner Küstenort, der in einer sehr idyllischen Bucht liegt. Eine sehr schöne Aussicht auf Camden hat man vom Camden Hill State Park. Von hier aus kann man auch schon einen Blick auf den Acadia National Park, den einzigen Nationalpark im Nordosten der USA.



Dem Acadia National Park haben wir am nächsten Tag einen Besuch abgestattet. Der Park liegt auf der Mount Desert Island. Der Nationalpark nimmt nicht die komplette Insel in Beschlag sondern nur etwa die Hälfte. Einen schönen Panoramablick über den Park hat man vom Cadillac Mountain. Wie es sich für amerikanische Verhältnisse gehört muss man diesen nicht mühsam raufkrakseln, sonder kann ihn bequem mit dem Auto erklimmen.



Ein wenig enttäuscht war ich über die bis dato fast kaum vorhandene Verfärbung der Blätter. Im Vordergrund kann man auf dem unteren Bild zwar den ein oder anderen roten Baum erkennen, aber das Grün hat im Park doch eindeutig dominert. Ich habe daher jede nur noch so winzige Blattverfärbung fotografiert und mich schon an einer Collage basteln sehen um wenigstens ein "Indian Summer"-Bild zeigen zu können.



Vom Cadillac Mountain ging es weiter an den Jordan Pond. Diesen kann man auf einem Rundweg umwandern. Da wir aber nur einen einzigen Tag im Park verbringen wollten, und der Weg insgesamt doch zu viel Zeit in Anspruch genommen hätte, sind wir nur ein klein wenig am Ufer entlang gelaufen und dann weiter zum Sand Beach gefahren.





Der Sand Beach ist in der Tat sehr schön, aber leider täuschen meine Bilder eine Einsamkeit vor, die leider in der Realität nicht vorhanden war. Für meinen Geschmack liefen hier zu viele Touristen an dem Strand rum, weshalb auch der Aufstieg zum Great Head überflüssig war. Nichts ruiniert schließlich ein Bild mehr als ein Haufen fremder Leute, die sich an diesem doch sehr schön gelegenen Strand tummeln. Zum Baden läd dieses Fleckchen Erde übrigens auch nicht unbedingt ein, denn die Wassertemperatur ist selten wärmer als 15°C. 

Weiter ging es dann zum Thunder Hole, eine durch die Brandung entstandene Felsspalte. Die Wellen krachen hier in der Tat mit einem kräftigen Donnerknall gegen die Felswand und machen dem Namen alle Ehre. 


Unser letztes Ziel lag am anderen Ende des Parks und war auch der Grund dafür war, dass unser Zeitplan eng gestrickt war. Der Bass Harbor Head liegt am südlichsten Zipfel des Acadia National Parks und bietet neben dem kleinen Leuchtturm auch einen schönen Ausblick auf das Meer.



Da es so langsam dunkel wurde, haben wir anschließend auch den Rückweg nach Bangor angetreten. Bangor hat in der Tat nicht allzuviel Sehenswertes zu bieten, aber man kann auf keinen Fall sagen, dass Bangor häßlich wäre. Hier gibt es teilweise wirklich schöne Häuser und ein ganz besonders spannendes ist das Eigenheim von Stephen King.



Von Bangor ging es dann weg von der Küste in das Hinterland von Maine, genauer gesagt an den Moosehead Lake. Ob wir dort aber auch tatsächlich Elche gesehen haben, verrate ich dann im nächsten Beitrag!