Samstag, 17. Oktober 2015

Urlaub in Neuengland | Boston


Endlich war es mal wieder soweit, der langersehnte Urlaub stand mal wieder vor der Tür. Unser Ziel lautete dieses Jahr Boston sowie die umliegenden Staaten von Neuengland. Anfangs hatten wir den Plan im Hinterkopf eventuell auch noch nach Kanada rüber zu fahren, aber bei nur 15 Tagen vor Ort wäre dies dann doch etwas zu ambitioniert gewesen. Und wenn wir uns schon im Herbst in dieser Gegend aufhalten, dann sollte ein wenig Indian Summer doch schon auf dem Programm stehen, und dieser ist für gewöhnlich zuallererst in Teilen New Hampshires und Vermonts zu sehen bevor er sich über die restlichen Neuenglandstaaten und dann weiter Richtung Süden ausbreitet. Verantwortlich für das einmalige Farbenspektakel ist in erster Linie der Zuckerahorn, den es bei uns ja so nicht gibt. Dieser verfärbt sich von grün zu gelb, orange und letztendlich zu einem kräftigen rot, bevor auch er dann das nicht mehr so schöne braun zeigt. Der Amerikaner benutzt den Begriff "Indian Summer" übrigens nicht. Vielmehr nennt man dort das Verfärben der Blätter schlicht und einfach "Foliage".

Unser Road Trip startete und endete jeweils in Boston. Als wir uns im Vorfeld nach einer passenden Unterkunft umgesehen haben, konnte ich es echt nicht glauben: Boston ist wahnsinnig teuer! Selbst die einfachsten Unterkünfte am Stadtrand sind nicht unter 100 €/Übernachtung zu bekommen. Die meisten fangen überhaupt erst bei 150 € an und nach oben gibt es eh keine Grenzen! Wir haben uns daher ganz schnell dazu entschieden in diesem Urlaub erstmals Airbnb auszuprobieren. Einige Freunde von uns hatten hiermit bereits sehr gute Erfahrungen gemacht und auch wir sind mittlerweile große Fans geworden!  Viele Unterkünfte sind doch um einiges billiger als die gängigen Hotels und auch der Komfort kann sich bei einer Privatunterkunft durchaus sehen lassen.

Für unseren Aufenthalt in Boston haben wir uns eine Unterkunft in Somerville gesucht. Die Nachbarschaft wurde von vorherigen Gästen als sehr gut bewertet und Boston war mit öffentlichen Verkehrsmitteln auch einfach zu erreichen. Die Fahrt vom Flughafen war auch schnell erledigt und so kamen wir am Sonntag Abend pünktlich und müde bei David an. Wir hatten dort zwei Zimmer ganz für uns (Schlaf- und Wohnzimmer). Küche und Badezimmer standen zu unserer freien Verfügung. Es war anfangs schon ein wenig seltsam, einfach so durch die private Wohnung unseres Gastgebers zu laufen, aber bei den insgesamt 6 Airbnb-Unterkünften, die wir während unseres ganzen Aufenthaltes kennenlernen durften, haben wir uns doch daran gewöhnt dass wir hier halt bei sehr netten und gastfreundlichen Menschen gelandet sind.

Für Boston hatten wir lediglich nur einen vollen Tag eingeplant. Das mag dem ein oder anderen vielleicht ein wenig kurz vorkommen, aber wir sind im Laufe der Jahre zu echten "Speed"-Touristen geworden. Außerdem habe ich nicht den Ehrgeiz, mir absolut jede Sehenswürdigkeit ansehen zu müssen. Ich schlendere lieber auch mal einfach durch die Straßen und lasse die Stadt auf mich wirken. Boston hat uns dabei wirklich gut gefallen. Wir hatten zudem noch das große Glück, dass sich die Stadt im strahlenden Sonnenschein vor uns präsentierte.


Ich glaube, ich habe irgendwann schon einmal erwähnt, dass wir große Serienjunkies sind. Mit diesem Hintergrundwissen überrascht es sicherlich nicht, dass wir daher die Außendrehorte unserer Lieblingsserien abgelaufen sind. Angefangen bei der Anwaltskanzlei von "Ally McBeal", dann ein kurzer Zwischenstopp im "Cheers" inklusive Bierpause und abschließendem Besuch der Anwaltskanzlei von Crane, Poole und Schmidt aus der Serie "Boston Legal".


Doch Boston hat uns nicht nur wegen der vermeintlichen Fernsehkulissen so gut gefallen. Natürlich gibt es hier wie in jeder amerikanischen Großstadt die typischen Wolkenkratzer, aber die kann man in Boston fast an einer Hand abzählen. Die meisten Häuser haben durchschnittlich 4 Stockwerke und selbst in den Hauptstraßen gibt es immer wieder kleine Vorgärten. Die Stadt wirkt dadurch unglaublich grün und fast schon ein wenig dörflich. Doch Boston ist keine verschlafene Provinz, ganz im Gegenteil. In dieser Stadt wurde amerikanische Geschichte geschrieben. Dieser kann man in Boston auch ganz leicht auf die Spur kommen: man muss einfach nur der roten Markierung des Freedom Trail folgen.







Wir sind den Trail nur in Teilabschnitten abgelaufen, da der ganze Weg wohl doch einige Zeit in Anspruch genommen hätte. Außerdem will  man sich ja auch nicht gleich am 1. Urlaubstag völlig verausgaben ;-) Statt dessen haben wir etwas getan, was wir für gewöhnlich nie tun: wir haben eine Kirche betreten und zwar die wirklich schöne Trinity Church. Das eigentliche Highlight befand sich aber unserer Meinung nach im "Gift Shop" der Kirche: dort gab es "Last Supper"-Schokolade, "Judgment Day"-BBQ Sauce,  "Holy Smokes"-Firestarters, "Sticky Notes" als Gebote und "Holy Chocolate"-Trinkschokolade bei der "every sip is blessed" ist. Wirklich schön, wenn sich eine Kirche auch einmal nicht ganz so ernst nimmt.





Auch der "Public Library" haben wir einen Besuch abgestattet. Überhaupt ist es uns während dieses Urlaubs extrem aufgefallen, dass - egal wie klein eine Stadt dort auch sein mag - es immer zwei Gebäude gibt, die stets zu finden sind: die Kirche und die öffentliche Bibliothek. Die in Boston ist selbstverständlich größer, als alle anderen und sie ist obendrein auch noch besonders schön.






Boston ist wirklich eine schöne Stadt und um das zu unterstreichen, lasse ich nun zum Abschluss einfach nochmal ein paar Bilder sprechen. Wer sich also im Nordosten der USA aufhält, sollte sich Boston auf keinen Fall entgehen lassen.