Donnerstag, 13. August 2015

Rezept | Wassermelonensalat

Ja, ich kann die skeptischen Blicke geradezu vor mir sehen denn auch ich hab sicherlich nicht viel anders geguckt, als ich bei  Yotam Ottolenghi über dieses Rezept gestolpert bin. Aber manchmal muss man halt einfach was Neues ausprobieren, und dieser Salat schreit einem ja geradezu "Sommer!" entgegen. Der Salat ist so fix zusammengewürfelt und schmeckt so herrlich frisch, dass man ihn sogar an ganz heißen Tagen mit Wonne verputzt, auch wenn man vor Hitze eigentlich gar nichts essen möchte.


Die Zutatenliste ist erfreulich kurz:
700 g  in Stücke geschnittene Wassermelone
1 Packung Fetakäse
1 rote Zwiebel
frischer Basilikum
Olivenöl


Die Wassermelone in mundgerechte Stücke schneiden, Feta würfeln, Zwiebeln in dünne Ringe schneiden, Basilikumblätter waschen und grob auseinander zupfen, alles miteinander vermengen und mit ein wenig Olivenöl beträufeln. Fertig! Ich liebe es, wenn Leckeres so schnell auf den Tisch landet.

Samstag, 1. August 2015

Graspop Metal Meeting 2015

Während sich an diesem Wochenende wieder über 70.000 Metal-Fans durch den Matsch auf dem Wacken-Festival kämpfen, möchte ich noch einmal mein Metal-Festival 2015 Revue passieren lassen. Letztes Jahr hat uns das Line-up nicht wirklich überzeugt, aber dieses Jahr war ich durchaus positiv gestimmt: Kiss, Slipknot, Judas Priest, Alice Cooper, Korn, Marilyn Manson, Slash, Motörhead, Body Count sowie meine Favoriten Five Finger Death Punch und Faith No More. Das auch die Scorpions als Headliner aufgeführt wurden, möchte ich an dieser Stelle gerne unter den Tisch fallen lassen.


Da wir ja auch nicht mehr zu den Jüngsten zählen war auch dieses Jahr wieder klar: gezeltet wird nicht. Wir haben uns für eine Unterkunft in einem der Nachbarorte entschieden. Eine Art Trailerpark. Gewöhnungsbedürftig, aber für ein Wochenende als Schlafgelegenheit völlig ausreichend. Außerdem ist ein Metal-Festival nun mal kein Wellnesswochenende!


Die erste Band, die ich an diesem Wochenende angesehen habe waren H.E.A.T. aus Schweden. Wie ich dabei erfahren habe, hat der Sänger 2009 bei der schwedischen Ausgabe von "DSDS" mitgemacht und ging dabei auch als Sieger hervor. Ich finde es sehr erfreulich, dass auch bei Castingshows mal was Gutes rauskommen kann, wenn nicht so ein Musikhenker wie Dieter Bohlen in der Jury sitzt. Mit haben die Jungs jedenfalls gut gefallen, auch wenn der Sänger für meinen Geschmack etwas zu sehr mit seiner eigenen Spucke beschäftigt war, aber hey: wir sind hier schließlich auf einem Metal-Festival und nicht auf einem Kindergeburtstag!




Im Anschluss wurden wir von den Butcher Babies auf der zweiten Hauptbühne gequält. Und ja, man muss es ehrlich sagen: es war weder für die Augen noch für die Ohren ein Genuss! Zwei mit Make-up zugekleisterte Mädels, die außer Silikonbrüsten nichts zu bieten hatten. Das mag dem ein oder anderen vielleicht reichen - mir jedenfalls nicht. Weiter ging es dann mit der Alt-Herren-Kombo Thunder. Das war für die Ohren eine richtige Wohltat. Trotz fortgeschrittenem Alter immer noch gut bei Stimme, auch wenn er mit Sicherheit als einer der miesesten Tänzer der Rockgeschichte eingehen wird. Ich hatte ja eigentlich immer gedacht, dass man als Musiker ein gewisses Gefühl für Rhythmus haben muss, aber wenn einer so konsequent gegen den Tackt anwippt, war ich wohl im Irrtum!


Weiter ging es mit Life of Agony. Ohne dass ich mich im Vorfeld großartig mit der Band beschäftigt hätte haben die mir richtig gut gefallen. Der Sänger ist mittlerweile eine Sängerin, aber wenn ich meinem Freund Glauben schenken darf klingt die Stimme seitdem nicht mehr so weinerlich wie zuvor. Das kann ich persönlich nicht beurteilen, aber was uns hier geboten wurde war wirklich, wirklich gut!


Auf den nächsten Auftritt hatte sich mein Freund ganz besonders gefreut: Body Count mit "Mr. Motherfucking Ice T Bitch". Ach, war das ein Spaß! Es wurden wieder fröhlich Leichen gezählt und Cops gekillt. Was will man mehr?


Weiter ging es mit Slash. Zu seinen Auftritten gehören auch immer wieder ein paar Songs aus der Guns n' Roses-Zeit, aber irgendwie klingt es doch immer unvollständig, wenn "Paradise City" von Myles Kennedy und nicht von Axl Rose gesungen wird. Bei mir kommt dabei immer ein wenig Wehmut auf und es ist sehr schade, dass es Slash und Axl zusammen auf einer Bühne nicht mehr geben wird.


Und dann gab es den ersten richtigen Headliner an diesem Wochenende: Kiss. Ich hatte sie bisher noch nie live gesehen und hatte entsprechende Erwartungen. Die Show war absolute "durchgestyled" mit riesigen Leinwänden, einer bewegbaren Bühne und einer Seilbahnfahrt übers Publikum. Es hätte perfekt sein können, wäre da nicht der miese Sound gewesen. Ich war letztes Jahr nicht auf dem Graspop, als es zum ersten mal nicht eine sondern zwei Hauptbühnen gab. Diese stehen direkt nebeneinander und werden im fröhlichen Wechsel bespielt. Ich gehe nun schon seit vielen Jahren auf Festivals und Konzerte, aber so etwas schlecht ausgesteuertes habe ich bisher noch nicht erlebt. Wenn man nicht zufällig an der richtigen Stelle steht (bevorzugt mittig vor der Bühne) hört man außer dem Schlagzeug und dem Bass so gut wie nichts. Die Gitarre wird von dem Sound fast komplett verschluckt und der Gesang ist so leise, dass man die um einen rumstehenden Menschen um Ruhe bitten müsste um richtig etwas zu verstehen. So etwas kann einem die Festivalstimmung ganz schön vermiesen.



Den letzten Auftritt des Abends haben wir uns nur kurz und aus der Entfernung angesehen. Marilyn Manson war letztes Jahr auf dem Mera Luna aufgetreten und das ziemlich unterirdisch. Keine Stimme und dabei auch noch ziemlich zugedröhnt. Wir haben daher eigentlich nichts erwartet, doch Herr Manson kann tatsächlich anders: mit viel Lärm und einer kraftvollen Stimme hat er den miesen Auftritt vom letzten Jahr mit nur drei Liedern (wir waren kaputt und konnten einfach nicht länger) wieder wett gemacht. Das war sehr beeindruckend!


Der nächste Tag begann mit meinen Freunden aus Kanada: Danko Jones. Gute Rockmusik von sympathischen Menschen dargeboten die man wenig später auch noch bei einer Autogrammstunde treffen konnte. Was will man mehr?



Weiter ging es mit A Day To Remember und Godsmack, bis dann der Auftritt kam, auf den ich mich am meisten gefreut hatte: Five Finger Death Punch. Die Jungs hatte ich letztes Jahr in Hamburg schon einmal live gesehen und sie haben mich damals richtig umgehauen. Ivan L. Moody ist eine richtige Rampensau und man merkt der Band an, dass sie auf der Bühne Spaß haben. Auch wenn hier mal wieder der Sound alles andere als berauschend war und zwischendurch auch einmal komplett ausfiel, wurde das Publikum zwischenzeitlich halt mit Witzen bespasst. Man muss halt wissen, wie man sein Publikum bei Laune hält.



Danach kam mein Tiefpunkt an diesem Tag und das lag weder am Künstler, noch an seiner Show. Der Sound war einfach unglaublich furchtbar. Ich habe von Alice Cooper so gut wie nichts gehört. Da hatten die Leute hinter den Reglern mal auf ganzer Linie versagt! Zu Alice Copper muss man sagen: super Show! Der Rest ist an dieser Stelle mal Schweigen.



Korn haben wir uns dieses mal aus der Entfernung angesehen, da wir uns für Judas Priest richtig positionieren wollten, um uns hier nicht wieder mit einem Schlagzeug-Bass-Gemisch die Ohren zu ruinieren. Dabei waren Korn - aus der Entfernung betrachtet - richtig gut und es war dadurch wirklich ärgerlich, dass wir sie uns nicht aus der Nähe angesehen haben. Aber manchmal muss man halt Prioritäten setzen.




Ich hab Judas Priest nun zum zweiten mal gesehen und muss sagen: was kann der alte Mann noch immer schön singen und präzise die hohen Töne treffen! Sehr beeindruckend. Auch wenn er insgesamt nicht  mehr der Beweglichste ist und wenn er mit dem Motorrad auf die Bühne fährt man doch immer ein wenig Angst hat, das er die Maschine nicht rechtzeitig zum stoppen bringt - das ist immer noch ganz großes Kino!


Der letzte Auftritt des Abends gehört Slipknot. Mit neuem Bühnenoutfits und neuen Songs im Gepäck wurde die Hauptbühne quasi niedergeschreddert. Den Auftritt haben wir uns allerdings ebenfalls eher aus der Entfernung angesehen, da wir zu kaputt waren um uns in die Menschenmenge zu drängeln. Wir hatten sogar das Glück einen überdachten Sitzplatz zu ergattern und ich habe mich sehr über die ältere Lady vom Nachbartisch gefreut die mit ihren gefühlten 60 Jahren total zu der Musik abging. Da haben wir es mal wieder: Rockmusik ist wirklich zeitlos!


Der letzte Tag war vom Programm her ein wenig lahm, und so sind wir erst am späten Nachmittag auf dem Festivalgelände aufgetaucht. Zu diesem Zeitpunkt kletterten gerade Airbourne über die Hauptbühne und haben den Tag schon einmal gut für uns starten lassen.

Da wir heute ein wenig mehr Zeit  hatten, haben wir das von uns anfangs doch ziemlich belächelte Riesenrad ausprobiert. Ich finde es ja irgendwie schon ziemlich albern, auf einen Festival einen "Jahrmarkt" zu veranstalten, aber die Aussicht fand ich wirklich beeindruckend. Daher werde ich wohl nie wieder ein böses Wort über ein Riesenrad auf einem Festivalgelände verlieren.


Nachdem wir uns Motörhead angesehen haben (Auftritt wie immer, aber mir gefällt es), sind wir noch ein wenig übers Gelände geschlendert und haben im Classic Rock Café gewartet, bis der Auftritt von Faith No More anfing. Auf der zweiten Hauptbühne spielten zuvor die Scorpions, die es doch tatsächlich gewagt haben auf einem Metal-Festival in Belgien "Wind of change" zu spielen. Wie peinlich!








Dann war es endlich soweit und Faith No More betraten die Bühne mit "hübschen" Blumenarrangement und dem großartigen Lied "Motherfucker". Ich hatte Faith No More bereits zwei Wochen zuvor in Berlin gesehen und war total begeistert. Daher war ich doch ziemlich enttäuscht von diesem Auftritt: kaum Interaktion mit dem Publikum, man durfte sich häufig Mike Pattons Rückenansicht ansehen und überhaupt wirkte der gesamte Auftritt eher lustlos. Sorry Jungs, das war gar nichts! Auch wenn es anfangs etwas übertrieben aussah sich die Band innerhalb von zwei Wochen zweimal anzusehen, im Nachhinein war es das Beste was ich machen konnte. Schade, denn Faith No More sind wirklich eine tolle Liveband, aber diesen Auftritt fand ich einfach nur unprofessionell.



Nach einer guten Stunde war der Auftritt vorbei und bis auf "We care a lot" haben sie auch alle meine Lieblingslieder gespielt. Ich hätte mir einen etwas besseren letzten Auftritt gewünscht, aber daran kann  man leider nichts ändern. Insgesamt war es mal wieder ein schönes Festival und ich hoffe, dass auch für nächstes Jahr wieder großartige Bands am Start sind. Ich wäre dann gerne wieder dabei und hoffe, dass die Macher bis dahin noch ein wenig am Sound tüffteln. Wünschenswert wäre das auf jeden Fall!