Sonntag, 22. März 2015

Home sweet Home | Alles hat leider ein Ende...


Kiani war 2 Jahre alt, als sie bei mir einzog. Wir haben einige Zeit gebraucht um uns aneinander zu gewöhnen. Während ihr kleiner Sohn an mir klebte wie Kaugummi, blieb sie erst einmal lieber auf Abstand. Beim Streicheln duckte sie sich lieber nach unten und wenn sie bei mir auf dem Sofa saß war stets Abstand zwischen uns. Dieser wurde im Laufe der Zeit zum Glück immer kleiner und irgendwann fand sie es auch ganz schön, direkt neben mir zu sitzen und sich an mich ranzukuscheln.

Wer sie erst vor ein paar Jahren kennen gelernt hat, wird sich dieses Verhalten von ihr kaum vorstellen können. Sie hat sich zu einer echten Schoßkatze entwickelt und alle meine Gäste mussten schon einmal als ihr Sitzmöbelstück herhalten. Meinen Freund hat sie dabei ganz besonders in ihr Herz geschlossen. Immer wenn er nach Hause kam hat sie sich an seine Fersen geheftet und sich immer dort niedergelassen, wo er sich gerade hingesetzt hat. Ich hatte nur eine Chance, wenn ich die Wolldeckenhoheit besaß, denn sie liebte es unter der Decke zu liegen. 

Doch ihr Leben bestand leider nicht nur als Kuscheln, denn die Kleine war in den letzten Jahren leider auch gesundheitlich etwas angeschlagen: Asthma, eine abgetrennte Netzhaut, Diabetes und eine entzündete Bauchspeicheldrüse finden sich in ihrer langen Krankenakte. Aber die Kleine war echt zäh und hat jede gesundheitliche Krise stets bestens überstanden. 

Diese Woche war es jedoch anders. Sie hatte vorher stets gut gefressen und trotzdem wurde sie irgendwie immer schmaler. Am Montag hat sie morgens noch normal gefressen und dann auf einmal nicht mehr. In der Tierklinik konnte ihr leider nicht mehr geholfen werden und so haben wir am Donnerstag uns schweren Herzens dazu entschlossen sie einschläfern lassen. Wir durften eine halbe Stunde nach dem Ende der offiziellen Sprechstunde in der Tierklinik vorbeikommen damit wir dort alleine sind. Ich hatte sie die ganze Zeit auf dem Arm, als sie die erste Narkose erhalten hat und auch, als sie die letzte Injektion bekam und dann tatsächlich gestorben ist. Das war das erste mal, dass ich bis zum Ende dabei war und ich bin sehr dankbar dafür. (Bei meinem Kater Baghira war ich nur bei der ersten Narkose dabei. Ihm konnte aufgrund einer Thrombose kein Zugang gelegt werden und daher musste ihm die letzte Spritze direkt ins Herz gegeben werden. Kein Anblick, den ein Katzenbesitzer sehen will!) Es ist wirklich sehr traurig, wenn man sein geliebtes Tier gehen lassen muss weil man ihm nicht mehr helfen kann. Das gehört aber leider dazu wenn man sich dazu entschließt, sein Leben mit einem Haustier, dass nicht zufällig eine Schildkröte oder ein Papagei ist, zu teilen. Die letzte kurze Lebensphase war weder bei Baghira noch jetzt bei Kiani für uns wirklich schön, aber ich habe auch so schöne Erinnerungen an die beiden, die ich nicht missen möchte und die mir auch ihrTod nicht nehmen kann.

17 Jahre ist meine Kleine trotz ihrer vielen Krankheiten geworden! Das ist wirklich ein stolzes Alter und ich habe sie daher auch schon in der letzten Zeit immer unsere Omi genannt. Kiani war keine laute Katze und doch ist es seit Donnerstag Abend extrem leise in unseren vier Wänden. Sie fehlt uns jede Minute und es wird wohl noch eine Weile dauern, bis wir nicht mehr erwarten, dass sie jeden Augenblick um die Ecke biegen könnte. 

Mach es gut, meine kleine Maus! Ich hoffe, es hat dir bei uns genauso gut gefallen, wie wir es genossen haben dich bei uns zu haben!