Montag, 28. Juli 2014

Urlaub in Kanada | Über Clearwater zur Goldgräberstrecke

Nach drei Tagen Jasper mussten wir wieder "Lebe wohl" sagen. Unser nächstes Ziel war erstmal Clearwater. Der Name klang in unseren Ohren schon einmal sehr vielversprechend, zumal wir bei unserem Florida-Urlaub ebenfalls in einem kleinen Städtchen namens Clearwater übernachtet haben und es uns dort sehr gut gefallen hat. Wenn das kein gutes Omen ist? Das erste Highlight auf dieser Etappe gab es allerdings schon kurz hinter Jasper. Wer in Kanada mit dem Auto unterwegs ist sollte immer äußerst achtsam sein, wenn am Straßenrand ohne ersichtlichen Grund Autos parken. In diesen Fällen kann man zu 80% davon ausgehen, dass hier irgendein wildes Tier zu beobachten ist. Bei dem ersten Autostopp mussten wir gar nicht lange danach suchen, denn der Bär saß völlig unbeeindruckt auf einer Wiese neben der Straße und war mit dem Fressen von Grünzeug beschäftigt. Ich bin nun kein Bärenexperte, aber ich glaube, dass mir hier tatsächlich ein Grizzly vor die Linse geschlendert ist:



Nach diesem doch sehr positiven Start in den Tag ging es dann weiter westlich durch die Rocky Mountains. Mein Plan war an diesem Tag zumindest noch einen Blick auf den höchsten Berg der Rockys, den Mount Robson zu werfen. Leider war es an diesem Tag aber sehr bewölkt und somit war mir auch dieses Vorhaben nicht vergönnt. Immerhin gab es aber noch einen sehr schönen Blick auf den Moose Lake.





So soll er übrigens ohne Wolkendecke aussehen:


Auf dem Weg nach Clearwater sind wir noch einem weiteren Bären begegnet. Dieses mal definitiv einem Schwarzbären, der allerdings von den vorbei donnernden LWK's so schnell ins Dickicht verjagt wurde, dass ich nicht wirklich brauchbare Fotos von ihm machen konnte. In Clearwater haben wir uns ein sehr schön gelegens Motel mit Blick auf den anliegendem See gegönnt. Unser absoluter Traum war eigentlich eine Hütte am See, doch diese werden meist nur für einen längeren Zeitraum und dann auch gerne für den entsprechenden Preis vermietet. Somit war das hier zumindest ein guter Kompromiss:





Von Clearwater aus kann man direkt in den angrenzenden Wells Gray Provincial Park fahren. Wir haben daher beschlossen uns für den nächsten Tag bei der wunderbaren Flour Meadow Bakery Lunch-Parkete zu kaufen und im Park zu frühstücken. Die Bäckerei wird von deutschen Auswanderern betrieben. Für gewöhnlich mache ich im Urlaub um deutsche Betriebe einen großen Bogen, aber hier war die Ausnahme allerdings durchaus angebracht, denn der Laden ist so zauberhaft und die Sandwiches so lecker, dass ich an dieser Stelle jedem dazu raten muss, hier einen Zwischenstopp einzulegen. 


Im Wells Gray Privincial Park sind wir vorbei an dem Murtle River und den Dawson Falls bis zu den Helmcken Falls gefahren und haben dort unseren Proviant verputzt und die schöne Aussicht genossen.




 
Von den Wasserfällen ging es weiter über eine Schotterstraße zum Clearwater Lake. Auf dem ersten Straßenabschnitt huschte uns auch gleich wieder ein Schwarzbär über den Weg, der dann aber ebenfalls im Gebüsch verschwand. Dieses mal sind mir aber trotzdem einigermaßen brauchbare Bilder geglückt.




Beseelt von dieser Begegnung ging es dann weiter Richtung Clearwater Lake um nur ein paar Kilometer weiter auf den nächsten Schwarzbären zu stoßen. Dieser wirkte aus der Ferne echt riesig, aber je näher wir an ihn heran fuhren um so kleiner wurde er. Aus der Nähe betrachtet hatte er etwa die Größe eines ausgewachsenen Schäferhundes. Übrigens: auch wenn die Fellfarbe alles andere als schwarz ist, so handelt es sich hierbei trotzdem um einen Schwarzbären ;-)





Am Clearwater Lake haben wir ein paar Fotos geschossen und anschließend einen Kaffee an dem kleinen Café direkt am See getrunken. Wir haben uns draußen auf die Veranda gesetzt und nicht schlecht gestaunt als wir von einer ganzen Horde zeternder Kolibris umschwirrt wurden, die sich um die Trinkstellen gestritten haben. Bei dem Gewusel war es gar nicht so leicht einen dieser winzigen Vögel mal im Flug vor die Linse zu bekommen.






Auf dem Rückweg haben wir noch einen kleinen Zwischenstopp bei der Ray Farm eingelegt. Die Farm ist mittlerweile seit vielen Jahrzehnten verlassen, und da sie aus natürlichen Baustoffen erbaut wurde, lässt man sie einfach verfallen. 




Auf dem Weg zurück zum Motel, gab es dann noch eine sehr schöne Bärenbegegnung. Wir konnten den Blick auf eine Bärenmutter mit ihren drei Jungen erhaschen. Mir war die freie Sicht durch einige Bäume zwar versperrt, aber auch so war der Anblick etwas ganz besonderes.




Von Cleawater aus ging es dann für uns weiter über die alte Goldgräberstrecke bis nach Lillooet. Lillooet ist der Beginn der Cariboo Wagon Route während des Fraser Goldrush und des Cariboo Goldrush. Der Ort kam zu dieser Zeit als Mile 0 zu Berühmtheit. Einige der Ortschaften entlang der Goldgräberstrecke haben noch ihren alten Namen behalten, wie z.B. 70 Mile House und 100 Mile House. Durch einige dieser Dörfer sind wir gefahren und ich muss schon sagen, dass es da teilweise ganz schön trostlos aussah. Trotzdem ist die Strecke sehr reizvoll, denn man fährt an einer sehr unwirklich wirkenden Landschaft vorbei. Im tiefen Flusstal tobt der Fraser River und hoch über den Ufern finden sich immer wieder kleine Ortschaften.



Bevor wir aber in Lillooet ankamen, haben wir noch die Hat Creek Ranch besucht. Es handelt sich hierbei um ein "lebendes Museum" in der man sich einerseits das Leben in einem Roadhouse zur Goldgräberzeit ansehen kann und andererseits Einblicke in das Leben des hier ansässigen Shuswap-Stamms bekommt. Wer will kann sich hier von den in entsprechender Aufmachung zurecht gemachten Angestellten rum führen lassen. Uns hat der Aufenthalt hier sehr gut gefallen und wer hier in der Gegend ist, sollte hier unbedingt vorbeischauen.













Die Besichtigung der Ranch hatte doch mehr Zeit in Anspruch genommen als wir erwartet hatten, und so kamen wir dann doch auch erst am Abend in Lillooet an. Nach einem kurzen Imbiss bei Subway ging es dann anschließend auch schnell ins Bett. Als nächster Stopp stand Whistler auf dem Programm, doch davon berichte ich dann nächstes mal.

Unterwegs in Bremen | Breminale 2014

Ich kann es gar nicht glauben, dass die 5 Breminaletage schon wieder vorbei sind. Aber so ist es ja meistens mit Dingen, auf die man sich im Vorfeld besonders freut. Ich habe es dieses Jahr sogar geschafft jeden Tag einmal über das Gelände am Osterdeich zu laufen und auch mein persönliches Vorhaben (jeden Tag eine der besten Falafel der Welt zu essen) erfolgreich abgeschlossen. 

Was gab es sonst noch? Unerfreulicherweise konnte man sich wieder einmal auf den Regen verlassen. Und dieser kam leider nicht als leichter Sommerregen, sondern in Sturmböen, so dass die Konzerte unterbrochen und die Zelte geräumt werden mussten. Mich traf es bei der Lesung von Wladimir Kaminer. Ich habe daher nicht alles gesehen, was ich wollte, aber auch die 1 1/2 Auftritte haben mir unglaublich gut gefallen. 





Sorry, Handyfoto :-(

Ein weiteres Highlight war für mich die Band Freeda Beast am Samstag auf der Dreimeter Bretter-Bühne. Sehr schöne Musik und ein Gesang, der mich ein wenig an Portishead erinnerte.



Ansonsten gab es wieder gute Stimmung, unzählige Getränke- und Essens-Stände für jeden Geschmack, hübsches Kunsthandwerk und größtenteils sogar Sonne satt. Was will man mehr?