Mittwoch, 18. Dezember 2013

Urlaub auf Bali | Frühstück mit Affen


Von Sanur ging es weiter nach Ubud. Wer auf Bali von A nach B möchte kann sich entweder einen privaten Fahrer nehmen oder auf einen Shuttle-Bus zurück greifen. Am meisten Verlass soll hierbei auf die Perama-Busse sein. Die Busse sind zwar ziemlich klein und klapprich, aber für die kurze Fahrt von Sanur nach Ubud auf jeden Fall eine sehr günstige Reisemöglichkeit. Unsere Unterkunft in Ubud lag in unmittelbarer Nähe zum Affenwald. Somit war es dann auch nicht verwunderlich, wenn sich der ein oder andere Makake auf der Anlage blicken lies. Ich bin bei Wildtieren ja doch durchaus ein vorsichtiger Zeitgenosse und unser Besuch im Affenwald hat mich darin wieder nur bestätigt. Das man in der Gegenwart von Affen auf sein Hab und Gut aufpassen muss, sollte ja jedem klar sein. Dass Essbares auf Affen eine unerklärliche Anziehungskraft ausübt ist ebenfalls noch einleuchtend. Dass aber sogar simples Trinkwasser die kleinen Kleptomanen tätig werden lässt - damit hatte ich nicht gerechnet. Die erste Wasserflasche wurde schon vor dem Betreten des Waldes von einem der kleinen Monster kaputt gebissen. Die zweite Flasche habe ich dann auch ganz schnell in meiner Tasche verschwinden lassen und erst nach dem Verlassen des Waldes in sicherer Entfernung ausgetrunken. Fairerweise muss ich aber sagen, dass mir persönlich von den Makaken kein Haar gekrümmt wurde. Nicht einmal in dem Augenblick als mir der haarige Kollege halb auf den Arm sprang und meine Plastikflasche platt machte. Ein respektvoller Abstand kann aber trotzdem nicht schaden. Die pelzigen Zeitgenossen kann man schließlich auch mit etwas Abstand ganz großartig beobachten.

 
In Ubud kann man die Zeit aber nicht nur mit Makaken zählen verbringen. Wir sind in unseren Urlauben leidenschaftliche Fußgänger und selbst das schweißtreibende Bali konnte daran Nichts ändern. Nördlich von Ubud gibt es einen sehr schönen Spazierweg durch die Reisfelder. Die Monkey Road ist einer der geschäftigeren Straßen in Ubud. Sobald man diese jedoch verlässt und in eine der kleinen Seitenstraßen einbiegt ist es auf einmal unglaublich ruhig und friedlich. Genauso beginnt auch der ausgeschilderte Weg durch die Reisfelder. Anfangs geht man noch auf einer richtigen Straße und wird immer wieder mal von einem der kleinen Mopeds überholt, aber irgendwann ist auch diese Straße zu Ende und man läuft nur noch über einen kleinen Trampelpfad. Der Blick nach links und rechts ist dabei immer wieder atemberaubend schön. Sattes grün von den Reisfeldern, bunte Schmetterlinge und mit ganz viel Glück (oder auch Pech, das liegt ganz im Auge des Betrachters) sieht man auch mal eine Schlange. Mein Freund hat eine kleine grüne Schlange in windeseile über den Weg schlängeln sehen. Ich war in diesem Augenblick hinter ihm und hab dieses Erlebnis leider verpasst. Ich hab dagegen in unserer Bungalowanlage eine kleine bräunliche Schlange gesehen, die auf dem Weg zum Frühstück plötzlich meinen Weg kreuzte. Und ganz ehrlich: wenn man auf so eine Begegnung nicht vorbereitet ist kann man sich ganz schön erschrecken.


In und um Ubud herum gibt es aber nicht nur wilde Tiere sondern auch jede Menge Künstler. Von moderner Kunst über Popkultur bis hin zur traditionellen Landschaftsmotiven ist alles dabei. Wer mit der Kunst nicht viel am Hut hat kann in den zahlreichen Restaurants, Bars, Bekleidungsgeschäften, Museen, dem Tanztheater oder einem der vielen Massagesalons seine Zeit verbringen. Wer sich in Ubud langweilt hat selber Schuld :-) Wir waren nur vier Tage hier und ich finde es ja doch immer etwas bedauerlich, wenn ich erst am letzten Tag neue Spazierwege oder anderes Sehenswertes entdecke. Aber auch das gehört zum Urlaub irgendwie dazu. Wer alles sehen will muss halt längere Zeit vor Ort bleiben und nicht wie wir nur zwei Wochen.


Bei unserem Aufenthalt in Ubud haben wir uns auch für einen Tag einen Fahrer gebucht und die Tempel Gunung Kawi sowie Tirta Empul besucht. Gerade der erste war für mich, die eh nicht gerade eine Sportskanone ist, eine echte Herausforderung. Der Weg zum Tempel ist gut zu bewerkstelligen, zumal man die ganze Zeit nur abwärts geht. Die in die Felsen gehauenen Staturen sind wirklich sehr beeindruckend. Ich finde es ja immer wieder erstaunlich zu welchen Bauten die Menschheit damals ohne Bagger und Krähne im Stande war. An meine körperlichen Grenzen bin ich bei dem Wiederaufstieg aus der Tempelanlage gestoßen. Der Weg, den wir genommen hatten, hatte unglaublich hohe Stufen. Für einen Zwerg wie ich es bin war das alleine schon ziemlich anstrengend. Die feuchte Hitze gepaart mit der körperlichen Anstrengung ließen mich schon nach kürzester Zeit wie meine asthmakranke Katze nach Luft schnappen. Unser Fahrer dagegen hatte nicht die kleinste Schweißperle auf der Stirn und hüpfte mit einer Leichtigkeit die Stufen nach oben, dass mich mein Geschnaufe schon ein wenig beschämte. Irgendwie hab ich es jedenfalls geschafft wieder zum Auto zu gelangen, meinen erlittenen Wasserverlust auszugleichen und ein Dankgebet an den Erfinder der Klimaanlage zu murmeln. Der Tirta Empul Tempel lag in unmittelbarer Nähe. Die Anlage ist über 1000 Jahre alt. Hier können gläubige Hindus sich in dem heiligen Quellen reinigen und heilen zu lassen. Ich wäre am liebsten auch in das Wasser gesprungen, aber ich hatte keine Wechselkleidung dabei und auch mein Verlangen nach Abkühlung erschien mir mehr als unangebracht und auch ein wenig respektlos gegenüber den Gläubigen.


Da man ja immer wieder gesagt bekommt "bei warmen Wetter helfen am besten warme Getränke" haben wir dann noch einen ungeplanten Zwischenstopp bei einer Kaffeeplantage. Neben dem wirklich guten Bali-Kaffee (hier obendrein noch in verschiedenen Geschmacksrichtungen) gab es auch sehr leckere Teesorten, Kakao und natürlich auch den teuersten Kaffee der Welt: der Katzenkaffee. Ich persönlich bin kein Kaffee-Junkie, aber zum Frühstück oder auch mal nachmittags mag ich ganz gerne mal eine Tasse trinken. Im Büro trinke ich dagegen lieber Tee und lasse dabei kaum eine Kräuter- oder Früchtesorte aus. Somit war es auch für mich ein echtes Vergnügen mich hier durch die verschiedenen Sorten durchzuprobieren. Zum Schluss wurde uns auch eine kleine Tasse Katzenkaffee gereicht. Ich muss gestehen, dass ich jetzt nicht so den großen Unterschied zu den herkömmlichen Kaffeesorten heraus geschmeckt habe. Er war nicht schlecht, aber auch nicht so überragend, dass ich mir hier in Deutschland welchen kaufen würde. Auch stehe ich der Haltung der Schleichkatzen in Käfigen eher kritisch gegenüber. Ich denke, dass die Gewinnung der Kaffeebohnen auch anders möglich wäre. Es ist halt selbst im Paradies nicht alles perfekt.
 

Dienstag, 3. Dezember 2013

Urlaub auf Bali | "We're on a road to nowhere..."

Na ja, so ganz stimmt das nicht. Erstens sind wir bereits wieder zu Hause und zweitens sind wir nicht gegangen oder gefahren sondern geflogen. Unser Urlaubsziel war uns allerdings selbst lange Zeit nicht bekannt. Der gute Petrus hatte auch kräftig dafür gesorgt, dass die Liste unserer möglichen Urlaubsziele immer kürzer wurde (Mexiko, Vietnam, Philippinen) und unser Lieblingsreiseland Kanada ist im November auch nicht unbedingt ideal, wenn man kein Winterfan ist. Bei unserer Abreise Anfang November war daher eigentlich nur sicher, dass unsere Reise Richtung Asien genauer gesagt nach Hongkong ging. Ab Hongkong hatten wir dann Standby-Tickets für Flüge nach Bangkok, Denpasar und Jakarta und ließen das Schicksal entscheiden wo es hingehen sollte. Unsere erste Wahl war schon Bali und somit waren wir dann auch sehr glücklich, dass wir gleich beim ersten Versuch eine Bordkarte nach Denpasar ergattern konnten.

Da wir manchmal auch kleine Optimisten sind, hatten wir zumindest die erste mögliche Nacht auf Bali vorgebucht. Wir hatten uns für den Ort Sanur im Süden der Insel entscheiden. Dieser liegt nicht weit weg von Denpasar und wurde als guter Startort für Balireisen empfohlen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass dies eine durchaus gute Entscheidung zum "Ankommen" war. Sanur ist laut unserem Reiseführer der erste Touriort der Insel gewesen. Trotzdem geht es hier doch eine ganze Ecke ruhiger zu als in der ebenfalls in der Nähe liegenden Surferhochburg Kuta. Bei einem Blick auf die Wettertabelle hatte ich jedoch bereits vor unserer Abreise gesehen, dass auf Bali die Regenzeit in Kürze beginnt. Das Wetter war daher auch erwartungsgemäß ziemlich schwül und wir haben den ganzen Urlaub immer wieder ein wenig mit der Hitze und der Luftfeuchtigkeit gehadert. Da wir beide aber ein mehr oder weniger anstrengendes Jahr hinter uns hatten, war unser Hauptziel eh "Erholung". Wir haben daher die ersten Tage in Sanur verbracht und die Zeit mit Baden, Essen, Bummeln und Massagen incl. einem Fisch-Spa "verbummelt". Im Nachhinein ist es sicherlich ein wenig schade dass wir keine großartigen Ausflüge gemacht haben, aber für uns war es so trotzdem okay. Und wie heißt es noch so schön: "The time you enjoy wasting is not wasted time".
 

Übernachtet haben wir im Inna Sindhu Beach Hotel. Das Hotel hat einen direkten Zugang zum Strand. Hier befinden sich auch das Restaurant und die Beach-Bar. Unser üppiges Frühstücksbuffet haben wir also jeden morgen mit den Füßen im Sand und den Blick auf das Meer genossen. Überhaupt gibt es an diesem Strandabschnitt unzählige Restaurants die von einheimischer bis internationaler Küche alles anbieten. Ich finde es ja immer etwas feige in fernen Ländern auf Pizza und Pasta zurück zu greifen. Daher habe ich auf Bali auch ausschließlich indonesisches Essen bestellt. Vor allem die Fischgerichte haben es mir angetan und ganz besonders der Red Snapper. Schade, dass dem die Nordsee zu kalt ist.